Region Brasilien

Seit 1952 sind wir Ilanzer Dominikanerinnen als Missionarinnen in Brasilien tätig. Der südamerikanische Flächenstaat, der ungefähr 200 Mal so gross wie die Schweiz ist, bildet für unsere Kongregation eine eigene Region.
Kloster Ilanz_Region Brasilien
Kloster Ilanz_Region Brasilien

Wir sind als Ilanzer Dominikanerinnen in den beiden Bundesstaaten São Paulo (SP) und Piauí (PI) präsent. Mit Freude und Einfachheit nehmen wir unsere Missionsaufgaben wahr. Wir bemühen uns, allen Gutes zu tun, besonders den Ärmsten.

Unser Regionalhaus in Itapetininga 

Unser 1972 gegründetes Regionalhaus befindet sich in Itapetininga SP. Wir sind hier in unserem Sozialzentrum «Irmã Maria Magdalena» (CESIM) in Taboãozinho und in der Pastoralarbeit tätig.

Irmãs Dominicanas de S. José
Casa Regional São Domingos
Rua Acácio Moraes Terra 17, Jardim Paulista
18.214–385 Itapetininga SP

Telefon: +55 (0) 15 32 73 2425
www.dsj.org.br
E‑Mail schreiben

 

Unser Regionalhaus in Teresina, Piauí

In Teresina arbeiten wir in unserem Sozialzentrum «Irmã Maria Theresia» und sind ausserdem in der Pastoralarbeit aktiv.

Irmãs Dominicanas de S. José
Quadra 27, Casa 15
Dirceu I
64.077–060 Teresina PI

Telefon: +55 (0) 86 3236 2943

Möchten Sie mehr über die spannende und segensreiche Arbeit der Ilanzer Dominikanerinnen in Brasilien erfahren?

Aktuelle Nachrichten und Berichte aus unseren internationalen Projekten lesen Sie auf unserer Unterseite SPENDEN & UNTERSTÜTZEN.

Wenn Menschen Hoffnungsgeschichten schreiben

September 2026 – Wir schauen dankbar zurück auf den schönen Dank-Gottesdienst, den wir am 6. September 2026 in der Klosterkirche Ilanz feiern durften. Besonders freuen wir uns, dass Sr. Jacinta Fátima de Souza (Mitte) aus ihrer Arbeit in Brasilien berichten konnte. Die 56-Jährige leitet in der 10-Millionen-Stadt São Paulo eine städtische Kinderkrippe und arbeitet zugleich seit Februar 2026 als Generalrätin mit an den Geschicken der gesamten Kongregation der Ilanzer Dominikanerinnen. 

Sr. Jacinta unterstrich in ihrer ermutigenden Predigt die Bedeutung unserer Herzenshaltung: «Wer liebt, lässt nicht den anderen zugrunde gehen, ohne ihn anzusprechen. Wer liebt, sieht die Not der anderen.» Anschaulich erzählte sie aus ihrem Arbeitsalltag, wie Kinder und Jugendliche in den drei von den Ilanzer Dominikanerinnen geführten Sozialprojekten CESIM, SOAMPARO und Haus Maria Theresia Schutz und Sicherheit finden – mitten in Hoffnungslosigkeit, Armut, Gewalt, Verwahrlosung, Drogenkriminalität. Inzwischen kommen bereits die Kinder von ehemaligen Projekt-Begünstigten in ihre Sozialeinrichtungen, berichtete Sr. Jacinta sichtlich bewegt, weil sie wissen, dass ihre Kinder es bei den Ilanzer Dominikanerinnen gut haben. Längst ist die Arbeit der Ilanzer Dominikanerinnen ein wichtiges Standbein im brasilianischen Sozialsystem. (Lesen Sie weiter unten ein kurzes Interview mit Sr. Jacinta.)

Beim anschliessenden Apéro riche auf der Klosterterrasse bot das herrliche Spätsommerwetter einen idealen Rahmen für Begegnungen und anregende Gespräche. In einem knapp zehnminütigen Kurzfilm stellten sich die Projekte den Gästen selbst vor. Im Austausch war spürbar, wie viel Verbundenheit Sie, liebe Freundin und lieber Freund des Klosters Ilanz, mit den Benachteiligten in Brasilien verspüren und wie sehr Ihnen das Wohl der uns anvertrauten Kinder, Jugendlichen und Familien am Herzen liegt. Dafür danken wir Ihnen auch an dieser Stelle von ganzem Herzen. Und wir dürfen Ihnen diesen Dank auch von unseren Mitschwestern in Brasilien und von den Hunderten Besucherinnen und Besuchern in unseren Sozialprojekten übermitteln!

Wir freuen uns, dass Sie mit uns und den Schutzbedürftigen in Brasilien auf dem Weg sind, und wir bitten Sie, uns auch weiterhin im Gebet, mit Ihrem Einsatz und Ihrer finanziellen Zuwendung zu begleiten.

einige Schnappschüsse aus dem Dank-Gottesdienst und vom Apéro Riche

Drei Fragen an Sr. Jacinta Fátima de Souza

Gibt es so richtig schöne Momente in deiner herausfordernden Arbeit, trotz Armut und unsicheren Lebensverhältnissen?

Natürlich! Es berührt mich beispielsweise sehr, wenn ehemalige Begünstigte unserer Sozialeinrichtungen mit ihren eigenen Kindern zu uns kommen und uns diese anvertrauen. Sie haben selbst so viel Gutes bei uns gelernt, sie wissen, dass wir ihren Kindern einen Schutzraum geben können mitten in Quartieren, in denen Drogenkriminalität und Gewalt zum Alltag gehören. Viele sagen uns, dass sie ohne unsere Unterstützung wahrscheinlich selbst verelendet wären. Diese jungen Leute haben bei uns ein gesundes Selbstwertgefühl gelernt und möchten, dass auch ihre Kinder mit Hoffnung und Zuversicht ins Leben starten. Das motiviert uns sehr, trotz aller schwierigen Umstände nicht aufzugeben.

Schön ist auch, wenn wir als Schwestern-Team bei Partnern oder ehemaligen Projekten eingeladen sind und hören: «Wir vermissen euch. Wir haben so viele fröhliche Momente mit euch erlebt und auch wichtige Ziele zusammen erreicht.» Da erinnern sie uns zum Beispiel daran, wie wir miteinander erfolgreich bei den Behörden um die vereinbarte finanzielle Unterstützung für unsere Projekte gekämpft haben.

Was macht dir Sorgen?

Brasilien ist ein Land mit grosser sozialer Ungleichheit und enormen gesellschaftlichen Spannungen, und das wird leider nicht besser. Und auch wenn wir viele junge Menschen auf ihrem Weg in ein hoffnungsvolles Leben unterstützen können, stürzen leider zugleich sehr viele in die Drogen und damit oft genug ins Elend ab. Das belastet uns schon sehr, und wir müssen uns gut abgrenzen. Unser Handlungsspielraum ist begrenzt.

Und auch wir als Schwestern in Brasilien tun uns schwer, junge Frauen für ein Leben im Kloster zu begeistern. Wir beobachten zugleich mit grosser Sorge, dass viele neue spirituelle Gemeinschaften junge Menschen mit überzogenen Versprechungen anziehen. Diese Organisationen treten etwa über Social Media schick und trendy auf, aber sie sind abgehoben und lebensfremd. Letztlich manipulieren sie ihre Mitglieder und machen sie von sich abhängig, ähnlich wie bei Drogen. Die Heranwachsenden brechen den Kontakt zu ihren bisherigen Bezugspersonen ab und ziehen sich zurück. Das ist sehr schmerzhaft.

Worauf freust du dich am meisten, wenn du wieder zurück nach Brasilien reist?

Ich freue mich sehr auf die Kinder. Sie spiegeln uns, dass sie uns vertrauen und dass wir damit eine grosse Verantwortung für sie haben. Das verstehe ich als meine Berufung: Wir sind Hoffnungsträgerinnen für die Menschen in Brasilien! Sie schätzen unsere Arbeit und würdigen unseren Einsatz. Sie fragen uns um Rat und lassen sich von uns helfen. Das ist für mich und uns als Gemeinschaft natürlich eine starke Motivation. Und ich freue mich auf unser Miteinander als Ilanzer Dominikanerinnen und darüber hinaus als Schwestern und Brüder verschiedener Kongregationen. Wir halten zusammen und tauschen uns intensiv aus, auch über die alltäglichen Anliegen der Menschen. Das tun wir übrigens auch im Gebet! Der vertrauensvolle, ehrliche Austausch untereinander und mit unserem Vater im Himmel ist tatsächlich eine der wichtigsten Kraftquellen für unsere Arbeit. Und angesichts zunehmender Herausforderungen wollen wir unsere Zusammenarbeit mit anderen Kongregationen intensivieren und unsere Kräfte bündeln, zum Beispiel mit gemeinsamen Ausbildungen. Auch darauf freue ich mich sehr!

Sr Jacinta Fátima de Souza_Kloster Ilanz Brasilien

Knapp sechs Wochen in Brasilien: Nach-Gedanken von Generalpriorin Sr. Annemarie

Februar 2026 – Fast sechs Wochen lang war ich bei meinen brasilianischen Mitschwestern im Regionalhaus Itapetininga im Bundesstaat São Paulo auf Besuch. Es war eine grosse Ehre und Freude für mich, mein Leben mit den Schwestern in Südamerika zu teilen. Ich habe bei ihnen und gemeinsam mit ihnen viele wertvolle und bereichernde Erfahrungen gemacht, die mich weiterhin begleiten werden. Dafür bin ich sehr dankbar.

Drei Höhepunkte durfte ich erleben:

  • das Regionalkapitel vom 2. bis 6. Januar mit der Wahl einer neuen Leitung für die Region Brasilien;
  • meine Exerzitien in einem Bildungshaus der Jesuiten im Kloster Itaici in der Nähe von São Paulo; sowie
  • die Professfeier von unserer Novizin Sr. Fernanda und die Jubelprofess von drei Mitschwestern (25, 50 und 75 Jahre) am 1. Februar in der Pfarrkirche Nossa Senhora Aparecida in Itapetininga.

Dazwischen konnte ich aber auch den normalen Alltag spüren und erfahren. Das war mir ebenfalls ganz wichtig, um die Realität meiner Mitschwestern besser kennen- und verstehen zu lernen

Was hat mich besonders berührt?

  • Der gelebte Glaube der Mitschwestern!
  • Ihre Kreativität und Freude, die intensiv spürbar war im Feiern der Liturgie.
  • Die Herzlichkeit und Freude der Schwestern untereinander, aber auch ihre Gastfreundschaft.
  • Das Ja einer jungen Frau zu unserer Klostergemeinschaft für die nächsten drei Jahre (Professfeier).
  • So viele Menschen haben mit uns gefeiert – das zeigte mir die intensive Verbundenheit mit uns Schwestern und hat mich tief berührt.
  • Nicht zuletzt staune ich, dass unsere brasilianischen Schwestern mit so zahlreichen Menschen unterwegs sind! Diese sind sehr dankbar für die positiven Erfahrungen, die sie mit unseren Schwestern gemacht haben, manche schon von Kindesbeinen an.

Das macht mir Mut, mit unseren Schwestern in Brasilien gemeinsam den Weg in die Zukunft zu gehen – in Dankbarkeit, Liebe und Hoffnung.

Sr. Annemarie Müller, Generalpriorin 

Sr. Annemarie Mueller Kloster Ilanz Brasilien Januar 2026

Feierlicher Gottesdienst für erste Profess und drei Jubelprofessen im Februar 2026

1. Februar 2026 – Am heutigen Sonntag erlebten unsere Schwestern in Itapetininga in Brasilien einen grossen Festtag. Sr. Fernanda Laydiane Proença de Carvalho (zweite von rechts auf dem Foto) feierte voller Dankbarkeit ihre erste Profess. Zugleich durften drei Mitschwestern ein bedeutendes Jubiläum ihres Ordenslebens feiern: Sr. Rosalia Efinger (links) blickt auf 75 Jahre Profess zurück, Sr. Maria Bueno (rechts) auf 50 Jahre und Sr. Elizângela da Silva Costa auf 25 Jahre.

Gemeinsam mit zahlreichen Gästen sowie mit vielen Gläubigen der Pfarrei von Itapetininga wurde in der Pfarrkirche ein besonders feierlicher und würdevoller Gottesdienst gestaltet. Die Feier war geprägt von Dankbarkeit, Freude und der Verbundenheit im Glauben.

Den vier Jubilarinnen sprechen wir unsere herzliche Gratulation aus und wünschen ihnen Gottes reichen Segen, Kraft und Freude auf ihrem weiteren Weg in der Nachfolge Christi.

Sr. Fernanda mit Jubilarinnen_Konvent Brasilien Kloster Ilanz

Der Regionalrat der Ilanzer Dominikanerinnen in Brasilien

Regionalrat Ilanzer Dominikanerinnen in Brasilien Kloster Ilanz

4. Januar 2026 – Gleich zu Anfang des neuen Jahres fand das 15. Regionalkapitel in Itapetininga statt. Zum neuen Regionalrat wurden gewählt (von links):

Sr. Maria José de Sousa Brito, Regionalpriorin

Sr. Elza Teixeira Bastos, Regionalrätin und ‑vikarin

Sr. Ana Célia Pereira Gomes, Regionalrätin und ‑sekretärin

Sr. Vera Ferreira, Regionalrätin

«Die Freude an Gott, Alleluja, ist unsere Kraft, Alleluja.»

Diese Freude, Kraft und Zuversicht wünschen wir von Herzen unseren Mitschwestern und danken ihnen für ihre Bereitschaft.

Itapetininga / Sr. Annemarie Müller, Generalpriorin